10 Jahre Garantie auf die Entzugsleistung sowie auf die Erdwärmesonde

Erdwärme einfach erklärt: Fragen und Antworten zum Thema Erdwärme

Erdwärme verstehen und die passende Lösung für Ihr Zuhause finden

Erdwärme nutzt die natürlich im Untergrund gespeicherte Wärme, um Gebäude zu heizen, Warmwasser bereitzustellen und je nach System auch zu kühlen. Ob eine Erdwärmepumpe für ein Gebäude und Grundstück geeignet ist, hängt unter anderem von Untergrund, Grundwasserverhältnissen, Wärmebedarf, Platz und den örtlichen Vorgaben ab.

Wie funktioniert Erdwärme genau? Wie tief wird gebohrt? Ist sie auch für einen Altbau geeignet und lohnt sich die Investition langfristig? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Erdwärme, Erdwärmepumpen und Erdwärmebohrungen verständlich und kompakt – von den Grundlagen über die Planung bis zu Kosten, Wirtschaftlichkeit und typischen Bedenken.

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Erdwärme einfach erklärt

Erdwärme wird bei Wohngebäuden vor allem über Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren oder Grundwasser erschlossen und mithilfe einer Wärmepumpe zum Heizen und für Warmwasser nutzbar gemacht.

Erdwärme ist die natürlich im Untergrund gespeicherte Wärme der Erde. Der Fachbegriff dafür lautet Geothermie. Für Wohngebäude wird vor allem die oberflächennahe Geothermie genutzt. Sie erschließt Wärme aus Gestein oder Grundwasser und macht diese mithilfe einer Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser nutzbar.

Eine Erdwärmepumpe nimmt Wärme aus dem Untergrund auf und hebt deren Temperaturniveau mithilfe von Strom an. Anschließend kann die gewonnene Wärme zum Heizen und für die Warmwasserbereitung genutzt werden. Dafür nutzt die Wärmepumpe einen geschlossenen Kältemittelkreislauf, in dem die aufgenommene Wärme durch Verdampfen, Verdichten, Verflüssigen und Entspannen auf ein nutzbares Temperaturniveau gebracht wird.

Für die oberflächennahe Geothermie kommen vor allem Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und Grundwasserbrunnen infrage. Sonden werden senkrecht in den Untergrund eingebracht, Kollektoren oberflächennah und horizontal verlegt. Bei Grundwasserbrunnen wird Grundwasser direkt als Wärmequelle genutzt. Welches System geeignet ist, hängt vom jeweiligen Standort ab.

Eine Erdwärmesonde ist ein geschlossenes Rohrsystem, das in ein senkrechtes Bohrloch eingebracht wird. Durch die Rohre zirkuliert eine Wärmeträgerflüssigkeit, die Wärme aus dem Erdreich aufnimmt und zur Wärmepumpe transportiert. Da an der Oberfläche vergleichsweise wenig Fläche benötigt wird, eignen sich Erdwärmesonden auch für viele dichter bebaute Grundstücke.

Ist Erdwärme für mein Haus geeignet?

Ob Erdwärme infrage kommt, entscheidet sich am Zusammenspiel von Grundstück, Untergrund und Gebäude.

Erdwärme kann in weiten Teilen Deutschlands genutzt werden. Laut einer Studie des Fraunhofer IEG könnten Erdwärmepumpen bis zu 75 % des deutschen Wärmebedarfs für Raumheizung und Warmwasser decken. Ob und wie sich Erdwärme auf einem konkreten Grundstück nutzen lässt, hängt von den geologischen Bedingungen, den Grundwasserverhältnissen und den örtlichen Vorgaben ab. Beispielsweise können in Wasserschutzgebieten Einschränkungen gelten. Eine individuelle Standortprüfung zeigt, welche Erdwärmelösung vor Ort möglich ist.

Ein Grundstück ist für Erdwärme geeignet, wenn Untergrund, Grundwasserverhältnisse, mögliche Bohrpunkte, Platz und Zugänglichkeit die geplante Anlage zulassen. Zusätzlich muss die mögliche Wärmeleistung zum Wärmebedarf des Gebäudes passen. Eine verlässliche Einschätzung erfordert deshalb eine standortbezogene Prüfung.

Ja, auch kleinere Grundstücke können grundsätzlich für Erdwärme infrage kommen. Besonders Erdwärmesonden benötigen an der Oberfläche vergleichsweise wenig Fläche, da die Wärme über senkrechte Bohrungen erschlossen wird. Entscheidend ist, ob geeignete Bohrpunkte sowie ausreichend Platz und eine geeignete Zufahrt für die Umsetzung vorhanden sind.

Ja, Erdwärme kann auch in Altbauten und Bestandsgebäuden effizient zum Heizen genutzt werden. Erdwärmepumpen funktionieren nicht nur mit Fußbodenheizungen, sondern in vielen Fällen auch mit vorhandenen Heizkörpern. Entscheidend sind vor allem der Wärmebedarf des Gebäudes, die benötigten Vorlauftemperaturen und die Voraussetzungen auf dem Grundstück. Je nach Ausgangssituation ist der Einsatz einer Erdwärmepumpe auch ohne umfangreiche Sanierungsmaßnahmen möglich.

Heizen und Kühlen mit Erdwärme

Erdwärmepumpen können Gebäude heizen, Warmwasser bereitstellen und je nach Anlage im Sommer auch zur Kühlung genutzt werden.

Ja. Die Wärmequelle einer Erdwärmepumpe liegt im Untergrund und ist dadurch deutlich weniger von der Außentemperatur abhängig als Luftwärmepumpen. Die Temperaturen im Erdreich sind ganzjährig vergleichsweise konstant. Deshalb steht der Erdwärmepumpe auch bei niedrigen Außentemperaturen eine vergleichsweise konstante Wärmequelle zur Verfügung.

Ja. Eine Erdwärmeanlage kann im Sommer auch zur Kühlung eines Gebäudes genutzt werden. Je nach System erfolgt die Kühlung passiv über die natürliche Kühle des Untergrunds oder aktiv mithilfe der Wärmepumpe. Dabei kann Wärme aus dem Gebäude aufgenommen und an den kühleren Untergrund abgegeben werden.

Für eine Erdwärmepumpe eignen sich besonders Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen, beispielsweise eine Fußbodenheizung. Auch bestehende Heizkörper können in den meisten Fällen problemlos mit einer Erdwärmepumpe betrieben werden. Entscheidend ist, dass sie das Gebäude mit den benötigten Vorlauftemperaturen ausreichend beheizen können.

Erdwärmebohrung und Planung

Für eine Erdwärmebohrung werden unter anderem Bohrtiefe, Anzahl der Erdwärmesonden, Platzverhältnisse und Genehmigungsanforderungen standortbezogen geplant.

Für Erdwärmesonden sind häufig Bohrtiefen von etwa 80 bis 200 Metern üblich. Wie tief tatsächlich gebohrt werden muss, hängt vom Standort, den Eigenschaften des Untergrunds und dem Wärmebedarf des Gebäudes ab. Die erforderliche Bohrtiefe wird deshalb immer projektspezifisch geplant.

Für ein Einfamilienhaus können häufig ein oder zwei Erdwärmesonden ausreichen. Wie viele tatsächlich benötigt werden, hängt vom Wärmebedarf des Gebäudes, der möglichen Bohrtiefe und den Eigenschaften des Untergrunds ab. Die genaue Anzahl wird deshalb für jedes Projekt individuell dimensioniert.

Die fertige Erdwärmesonde benötigt an der Oberfläche nur wenig Platz, für die Bohrarbeiten muss jedoch ausreichend Arbeits- und Zufahrtsfläche vorhanden sein. Benötigt wird unter anderem Raum für das Bohrgerät, Material und die Arbeiten rund um den Bohrpunkt. Deshalb werden Platzverhältnisse und Zugänglichkeit bereits bei der Planung geprüft.

Eine Erdwärmebohrung muss in Deutschland vor der Umsetzung mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden. Je nach Standort, Bohrung und Grundwasserverhältnissen können eine Anzeige, eine wasserrechtliche Erlaubnis oder weitere Genehmigungen erforderlich sein. In Wasserschutzgebieten und bei besonderen geologischen Bedingungen können zusätzliche Vorgaben gelten.

Die Planung einer Erdwärmeanlage beginnt mit der Prüfung des Standorts und der Ermittlung des Wärmebedarfs des Gebäudes. Anschließend werden das geeignete Erschließungssystem ausgewählt, Bohrpunkte geplant und erforderliche Unterlagen sowie Genehmigungen vorbereitet. Danach folgen die Erschließung der Wärmequelle und die technische Einbindung in das Heizsystem.

Kosten und Wirtschaftlichkeit von Erdwärme

Für die Wirtschaftlichkeit von Erdwärme sind neben der Anfangsinvestition auch Förderung, Energieverbrauch, Betriebskosten und die lange Nutzungsdauer der Wärmequelle entscheidend.

Die Kosten einer Erdwärmepumpe mit Bohrung lassen sich nicht pauschal beziffern, da sie stark vom jeweiligen Projekt abhängen. Entscheidend sind unter anderem Wärmebedarf, Anzahl und Tiefe der Bohrungen, die Bedingungen im Untergrund und die eingesetzte Anlagentechnik. Durch die Erschließung der Wärmequelle liegt die Anfangsinvestition häufig höher als bei anderen Heizsystemen.

Ja, eine Erdwärmepumpe kann sich trotz höherer Anfangsinvestition langfristig wirtschaftlich lohnen. In der Prognos-Wirtschaftlichkeitsanalyse 2026 kompensieren geringere Energie- und Betriebskosten in den untersuchten Modellgebäuden die höheren Investitionskosten. Berücksichtigt wurden dabei unter anderem Investition, Wartung, Energiepreise, Förderung und die unterschiedliche Lebensdauer der Komponenten.

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In der Wirtschaftlichkeitsanalyse von Prognos liegen Erdwärmepumpen unter den untersuchten Rahmenbedingungen sowohl beim Einfamilienhaus als auch beim Mehrfamilienhaus unter den Gesamtkosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Nach zehn Jahren beträgt der errechnete Kostenvorteil rund 8 Prozent beim Einfamilienhaus und 12 Prozent beim Mehrfamilienhaus. Auch über einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren bleiben diese Unterschiede im Modell bestehen.

Für das untersuchte Einfamilienhaus ergeben sich bis 2035 Gesamtkosten von 33.549 Euro für die Erdwärmepumpe, gegenüber 36.546 Euro für die Luft-Wärmepumpe und 40.033 Euro für einen neuen Gaskessel. Die Berechnung bezieht sich auf ein unsaniertes Modellgebäude mit 150 Quadratmetern Wohnfläche aus der Baualtersklasse 1984 bis 1994 und lässt sich daher nicht pauschal auf jedes Gebäude übertragen.

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Erdwärmesonden sind auf eine sehr lange Nutzungsdauer ausgelegt und können mehrere Jahrzehnte betrieben werden. In Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen wird häufig mit einer Lebensdauer von mindestens 50 Jahren gerechnet. In der Praxis geht man von Nutzungsdauern von über 80 Jahren aus. Technische Anlagenkomponenten wie die Wärmepumpe können innerhalb dieses Zeitraums früher ersetzt werden müssen.

Ja, der Einbau förderfähiger Erdwärmepumpen kann über staatliche Förderprogramme unterstützt werden. Die konkrete Förderhöhe hängt unter anderem vom Gebäude, der bestehenden Heizung, den förderfähigen Kosten und möglichen Bonusregelungen ab. Da sich Förderbedingungen ändern können, sollten die aktuellen Voraussetzungen vor Projektbeginn geprüft werden.

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Sicherheit und häufige Bedenken bei Erdwärme

Erdwärmesonden arbeiten mit einem geschlossenen Kreislauf, während Grundwasseranlagen das Grundwasser direkt als Wärmequelle nutzen. Beide Systeme müssen fachgerecht und entsprechend den Bedingungen am Standort geplant werden.

Nein. Die bei Wohngebäuden eingesetzte oberflächennahe Geothermie ist nicht mit Fracking vergleichbar. Bei einer Erdwärmesonde zirkuliert die Wärmeträgerflüssigkeit in einem geschlossenen Rohrsystem. Das Gestein wird dabei nicht mit Wasserdruck aufgebrochen und es werden keine Fracking-Verfahren eingesetzt.

Nein, bei fachgerechter Planung und Ausführung schadet eine Erdwärmeanlage dem Grundwasser nicht. Die Wärmeträgerflüssigkeit einer Erdwärmesonde kommt nicht direkt mit dem Grundwasser in Kontakt. Sie zirkuliert in einem geschlossenen und abgedichteten Rohrsystem. Grundwasserbrunnen sind dagegen offene Systeme und nutzen das Grundwasser direkt. Beide Verfahren müssen standortgerecht geplant und die jeweiligen behördlichen Vorgaben berücksichtigt werden.

Ist Erdwärme für Ihr Zuhause möglich?

Der erste Schritt ist die Prüfung Ihres Standorts

Ob eine Erdwärmepumpe zu Ihrem Gebäude passt, lässt sich nicht allein anhand von Wohnfläche oder Baujahr beantworten. Entscheidend sind auch Untergrund, Grundwasser, Wärmebedarf, Grundstück und mögliche Bohrpunkte.

Mit unserem Standort-Check erhalten Sie eine erste Einschätzung, welche Möglichkeiten für Ihr Grundstück bestehen und wie die nächsten Schritte aussehen können.

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