Der GreenTech Hub am Allgäu Airport in Memmingen ist ein Innovations-Ökosystem mit modernem Campus auf 5.000 m², der flexible Office- und Co-Working-Spaces, hochwertige Veranstaltungsflächen, erstklassige Technik-Infrastruktur, eine Werkstatt sowie ein Labor für Prototypenbau und Materialtests bietet. Ergänzt wird das Angebot durch offene Lounge- und Communitybereiche – und das alles in nachhaltiger Bauweise und Architektur. Das Konzept geht weit über die Denke eines klassischen Bürokomplexes hinaus und schafft die Möglichkeit für Zusammenarbeit, Austausch und Wissenstransfer zwischen Mittelstand, Start-ups, jungen Unternehmen, Wissenschaft, Forschung und Investoren.
Innovationsnetzwerk und Start-up-Ökosystem im Allgäu
Schlüssig ist deshalb auch die Idee der GT Hub Mitgliedschaft. Sie ermöglicht Unternehmen direkten Zugang zu innovativen Start-ups und einem aktiven Netzwerk aus Forschung und Wirtschaft. Im Mittelpunkt steht der Wissenstransfer in alle Richtungen, um durch erprobte Lösungen und Expertise eigene Nachhaltigkeitsprojekte voranzubringen. BauGrund Süd ist Mitglied im GT Hub und war bereits bei der Realisierung des GreenTech Hub Campus als Experte für Geothermie, Baugrunderkundung und als Brunnenspezialist mit an Bord.
Geothermie und Energiepfähle – nachhaltige Gebäudetechnik im Einsatz
Schon zu Beginn warteten einige Herausforderungen: Aufgrund des setzungsempfindlichen Untergrunds war der Einsatz von Gründungspfählen erforderlich, die bis zu 20 Meter tief gebohrt werden mussten – das gestaltet eine Gründung aufwendiger und kostenintensiver. Gleichzeitig sollte der Campus mit einer CO₂-neutralen Kühlung für die Sommermonate ausgestattet werden. Die Lösung: Beide Anforderungen wurden intelligent miteinander verknüpft, indem die Gründungspfähle thermisch aktiviert und so zu Energiepfählen umfunktioniert wurden, welche die Statik sichern und in Kombination mit den Erdsonden für die regenerative Gebäudekühlung sorgen. Ergänzt wurde das System durch eine Anzahl klassisch gebohrter Erdsonden. BauGrund Süd übernahm sämtliche Leistungen aus einer Hand – von der Baugrunderkundung über Probebohrungen und einen Thermal-Response-Test bis hin zu den Bohrungen und dem Anschluss von 20 Erdwärmesonden.
Regenwasserversickerung und nachhaltige Außenanlagenplanung
Das Thema Regenwasserversickerung stellte bei der Außenanlagenplanung aufgrund der ungünstigen Baugrundverhältnisse eine besondere Anforderung dar. Durch die von BauGrund Süd vorgeschlagene, innovative, zielgerichtete und platzsparende Lösung konnte jedoch eine schnelle und zugleich kostensparende Umsetzung realisiert werden. Nicht zuletzt dank der konstruktiven und abgestimmten Zusammenarbeit von BauGrund Süd mit den weiteren auf der Baustelle beteiligten Gewerken konnten die einzelnen Arbeitsschritte optimal ineinandergreifen – bis zur feierlichen Eröffnung des GreenTech Hub.
CO₂-neutrale Kühlung und energieeffiziente Bürogebäude
Einer der Initiatoren des Projekts ist Andreas Müller, Geschäftsführer der Alois Müller-Firmengruppe. Er verfolgt das Ziel, am GreenTech Hub Campus möglichst viele CO₂-neutrale Energieformen zu zeigen und einzusetzen. Deshalb dienen die Energiepfähle und die Erdsonden ausschließlich der Gebäudeklimatisierung und ersetzen konventionelle Klimaanlagen. Das Ergebnis ist ein besonders angenehmes Raumklima, das neue Maßstäbe für die Büroklimatisierung setzt. Es ist wesentlich angenehmer als die mittels einer Klimaanlage künstlich erzeugte Kälte. Und für die Zukunft der Büroklimatisierung eröffnet dieses Konzept effiziente Möglichkeiten, ohne schlechtes Gewissen während der Sommermonate bei angenehmer Raumtemperatur zu arbeiten. Für die Wärmeerzeugung wird ein bestehendes Fernwärmenetz genutzt, das bereits den Allgäu Airport Memmingen, zwei Hotels und nun auch den GreenTech Hub Campus versorgt.
Innovative Fassadentechnologie und Nutzung von Solarenergie
„Es braucht keine fossile Energie für das Umsetzen neuer Bürokonzepte“, ist sich Andreas Müller sicher und demonstriert das voller Erfolg am Projekt GreenTech Hub Campus. Denn das Projekt hat mit einer innovativen HyWin ClimaTechFacade im 4. Obergeschoss des Gebäudes noch mehr Fortschritt zu bieten: Diese Fassade regelt die Raumtemperatur optimal über die Temperatur im Zwischenraum der Doppelfassade. So wird das Innenraumklima der Nutzräume effektiv vom Außenklima getrennt. Ein weiterer Vorteil: Das Wohnen und Arbeiten gestaltet sich deutlich behaglicher als bei herkömmlichen Fassaden. Gleichzeitig fungiert die HyWin ClimaTechFacade als Solarkollektor und ermöglicht damit die Nutzung der kostenlosen sowie CO₂-neutralen Solarenergie, um das Gebäude in der Übergangszeit sowie den benachbarten Event-Shelter zu beheizen. Die Koordination aller Gewerke wurde durch die e-con TGA-Ingenieure GmbH übernommen.
Geothermiebohrungen für Green Tech Hub.
- Auftraggeber / Bauherr
Green Tech Hub
Alois Müller-Firmengruppe - Bohrmeter
50 m / 20 x Bohrungen - Projektlaufzeit
17.04.2025 – 23.05.2025
