News & Referenzen.

Schauen Sie sich um.

Von Geothermie begeistert: Zweites Quartier mit nachhaltigem Nahwärmenetz

Geothermie im Bestand: BauGrund Süd zeigt in Hamburg, wie Quartiere nachhaltig mit erneuerbarer Wärme versorgt werden.

Geothermie im Bestand: Nachhaltiges Nahwärmenetz in Hamburg-Bergedorf

Nach dem erfolgreichen Auftaktprojekt mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG und BauGrund Süd geht es in Hamburg in die nächste Runde: Ein weiteres großes Bestandsquartier bekommt ein zukunftsfähiges Nahwärmenetz. Bereits seit Februar 2024 werden die Gebäude des ersten Projekts klimaneutral und effizient über zwei Großwärmepumpen beheizt – ein echtes Vorzeigeprojekt für nachhaltige Energiekonzepte im Bestand.

Das Ergebnis hat die Baugenossenschaft überzeugt.

Aktuell wird in Bergedorf, im Osten Hamburgs, ein weiteres Quartier der Baugenossenschaft dekarbonisiert – diesmal mit einer cleveren, polyvalenten Hybridheizung. Im Gegensatz zu einer monovalenten Heizung werden hierbei nicht nur eine, sondern mehrere Wärmequellen kombiniert, in diesem Fall Erdwärmesonden und Luft sowie ein Spitzenlastkessel. Aufgrund der Platzverhältnisse am Standort und einer behördlichen Beschränkung der Bohrtiefe auf maximal 130 m ist die Versorgung mit 100 % Erdwärme nicht möglich. Dennoch lohnt es sich, Geothermie als Quelle zu erschließen, um die Effizienz des Gesamtsystems zu verbessern. Die Realisierung des Nahwärmenetzes übernimmt erneut BauGrund Süd, Auftraggeber ist die GTH Gebäude Technik Hamburg GmbH & Co. KG.

Der Heizbedarf des Quartiers von 3 GWh wird zu 50 % über 117 Erdwärmesonden aus je 130 m Tiefe abgedeckt. Als Wärmequelle für die Hybridheizung werden bei Außentemperaturen unter 4 °C die Erdsonden genutzt, während bei Temperaturen zwischen 4 und 18 °C Luft genutzt wird. Die Erdwärmesonden werden nachts auch oberhalb des Bivalenzpunktes als Quelle verwendet, um die Geräuschbelastung durch die Wärmekollektoren zu reduzieren. Zur Abdeckung von Spitzenlasten ist ein Gasbrennwertkessel eingeplant. Im Sommer sorgt eine smarte Kombination aus Solar-Luft-Absorbern und Wärmekollektoren für die Regeneration des Sondenfeldes.

Ende 2023 wurde bereits eine 130 Meter tiefe Probebohrung durchgeführt, gefolgt von einem Thermal Response Test und einer thermodynamischen Modellierung. Das Erdwärmesondenfeld entsteht von August 2025 bis Ende April 2026.

„In der aktuellen Diskussion entsteht oft der Eindruck, Wärmepumpen seien nur für freistehende Einfamilienhäuser geeignet. Wir zeigen, dass diese Art der Wärmeerzeugung auch für ganze Quartiere ohne Totalsanierung realisierbar ist."

Eric Hilschenz,
Geschäftsführer von Gebäude Technik Hamburg GmbH

Effiziente Umsetzung und Vorbildcharakter für die Immobilienwirtschaft

Geothermie im Bestand bedeutet: wenig Platz ist vorhanden und gute Planung notwendig. 

Die Bohranlage ist kraftvoll, aber kompakt, und die Wege zu den Wohnhäusern bleiben während der Arbeiten frei. Besonderes Augenmerk gilt bei den Bohrarbeiten dem bestehenden Leitungsnetz im Untergrund, auch das gehört bei Geothermie-Projekten im Bestand mit dazu. Um den Bohrschlamm effizient zu entsorgen, setzt BauGrund Süd auf eine Separationsanlage vor Ort – so wird die Bohrspülung gereinigt und wiederverwendet, das Bohrklein handlich und zu überschaubaren Kosten entsorgt.

All dies meistert BauGrund Süd wie bei allen Baustellen gewohnt professionell und zuverlässig. Die Anschlussarbeiten sind für Ende März bis April 2026 geplant. Eric Hilschenz, Geschäftsführer von GTH Gebäude Technik Hamburg, ist überzeugt sowohl von der nachhaltigen Geothermie-Lösung als auch von der professionellen Umsetzung durch BauGrund Süd. Sein Ansatz ist pragmatisch: Ohne teure und aufwendige Sanierung der Wärmeverteilung und von den Wärmeübertragungsflächen in den Wohnungen wird ein nachhaltiges und effizientes Heizsystem realisiert. Die Motivation? In Deutschlands Bestandsquartieren mit ihren großen Mehrfamilienhäusern steckt ein riesiges Wärmepotenzial.

Dieses Projekt ist eine Blaupause für die Immobilienwirtschaft – gewechselt wird nur das Heizsystem.

Geothermiebohrungen für ein Bestandsquartier in Hamburg

  • Auftraggeber / Bauherr:
    Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG
  • Bohrmeter:
    116 × 130 m
  • Projektlaufzeit:
    August 2025 – April 2026
Schematische Darstellung eines Energiekonzepts mit Solarabsorber, Wärmepumpe und Erdsonden zur Versorgung mehrerer Gebäude mit Heizung, Warmwasser und Kühlung
Baustelle für Geothermie-Bohrung vor Mehrfamilienhäusern mit Bohrgerät, Bagger und Arbeitern im Einsatz